Stowaway – Blinder Passagier: Ein bedrückender Flug zum Mars

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Stowaway - Blinder Passagier - Teaser - Beyond the Show
(c) 2021, Stowaway Productions, LLC, Augenschein Filmproduktion GmbH, RISE Filmproduktion GmbH. All rights reserved.

Eigentlich sollte die inzwischen 42. Mission zum Mars absolut rund ablaufen. Doch mit einem blinden Passagier hatte keiner gerechnet – und damit wird der Grundstein für eine Geschichte gelegt, die eine Richtung einschlägt, mit der auch ich nicht gerechnet habe.

Stowaway: Blinder Passagier – Worum geht es?

Eine dreiköpfige Crew bricht zum Mars auf. Mittlerweile schon fast Routine. Doch nur wenige Stunden nach einem etwas holprigen Start sehen sich die Crew bestehend aus Marina Barnett (Toni Collette), Zoe (Anna Kendrick) und David (Daniel Dae Kim) mit einem blinden Passagier konfrontiert.

Während sie versuchen, herauszufinden, wie es dazu kommen konnte, dass sich Michael (Shamier Anderson) zum Start noch an Bord des Schiffes aufhielt, versuchen sie ihn so gut wie möglich in die täglichen Arbeitsabläufe an Bord zu integrieren. Die schlechten Nachrichten lassen aber nicht lange auf sich warten. An Bord befindet sich nicht ausreichend Sauerstoff für vier Passagiere und bald könnte die Luft, aufgrund eines unwiderbringlich defekten Systems, selbst für drei Personen zu knapp werden, um es bis zum Mars zu schaffen.

Stowaway - Blinder Passagier
(c) 2021, Stowaway Productions, LLC, Augenschein Filmproduktion GmbH, RISE Filmproduktion GmbH. All rights reserved.

Kritik zu Stowaway: Blinder Passagier

Die Handlung von Stowaway: Blinder Passagier  setzt gefühlt in einer nicht allzu fernen Zukunft ein. Diesen Eindruck vermittelt einem die eingesetzte Technik und deren Look, die sehr an die heutige Raumfahrt erinnert. Dass auf künstliche Schwerkraft gesetzt wird, die heutzutage in der Raumfahrt noch keine Rolle spielt oder sich umsetzen lässt, vermittelt dann einen eher futuristischen Eindruck. Ein netter Nebeneffekt für die Produktion: Man kann Kosten sparen, indem darauf verzichtet wird, die Crew-Mitglieder fortwährend „schweben“ zu lassen.

Das bedeutet nicht, dass bei Stowaway: Blinder Passagier gespart wurde oder der Film billig wirkt. Ganz im Gegenteil. Wenngleich nur vier Darsteller vor der Kamera standen, wirken die Sets äußerst hochwertig, die Szenen ausgedehnt und ausgekostet und der Blick auf das Raumschiff im All erscheint auch nicht billig umgesetzt. Man gab sich hier also durchaus Mühe.

Wieso dann nur vier Darsteller? Wollte man am Cast sparen? So kann man das gewiss nicht sagen, aber der Film braucht schlichtweg keine weiteren Charaktere. Dies ist dem Schwerpunkt von Stowaway: Blinder Passagier geschuldet.

Stowaway - Blinder Passagier
(c) 2021, Stowaway Productions, LLC, Augenschein Filmproduktion GmbH, RISE Filmproduktion GmbH. All rights reserved.

Das Thema Mars-Mission begleitet die Crew zwar den gesamten Film über, aber bald sieht sie sich mit völlig anderen Fragen konfrontiert. Hier schlägt der Film für mich dann auch eine unerwartete Handlung ein.

Als der blinde Passagier das erste Mal in Erscheinung tritt, wirkt er äußerst dubios. Wieso befand er sich an Bord? Woher rührt die schwere Verletzung, die er beinahe nicht überlebt hätte? Welche Absichten hat er? Hier wird zunächst die typische Spannung aufgebaut, wie man sie von Filmen kennt, in denen ein scheinbar freundlicher Fremder plötzlich zum Problem wird.

Zwar wird auch Michael zum Problem, doch zu einem völlig anderen als zunächst erwartet, denn der Crew geht der Sauerstoff aus. Ein System wurde beschädigt, dass die Besatzung der Mission eigentlich mit ausreichend Sauerstoff versorgen sollte, um es bis zum Mars zu schaffen – ohnehin knapp kalkuliert, denn ursprünglich sollte das Schiff nur zwei Passagiere zum roten Planeten fliegen. Erst später wurde das Schiff für drei Personen ausgestattet und das mit Ach und Krach.

Stowaway - Blinder Passagier
(c) 2021, Stowaway Productions, LLC, Augenschein Filmproduktion GmbH, RISE Filmproduktion GmbH. All rights reserved.

Entsprechend stellt die Bodencrew der MTS-42-Besatzung, die Michael längst in ihr Leben und den Arbeitsalltag integriert hat, ein Ultimatum. Es bleiben zehn Tage, um eine Lösung zu finden, andererseits müssen sie Michael töten.

Es entwickelt sich ein Charakterdrama, das Fragen in den Mittelpunkt stellt, die sich eigentlich keiner stellen möchte. Für diese Fragen nimmt sich der Film viel Zeit und bietet somit jedem Charakter Raum mit der Situation umzugehen. Hier sieht man schließlich auch, wie unterschiedlich die Figuren mit der Situation umgehen und es letztlich schwierig ist, zu sagen, wer richtig und wer falsch liegt. Die zentralen Fragen beantwortet Stowaway: Blinder Passagier am Ende nicht, sondern bietet dann wiederum dem Zuschauer Raum, sich selbst mit diesen Fragen zu beschäftigen und sich zu fragen, wie er in der Situation handeln würde.

Ist Stowaway: Blinder Passagier ein rundum gelungener Film? Ein paar Mankos hat das Sci-Fi-Drama, denn die Suche nach der Antwort auf die perfekte Lösung für das Debakel, in dem sich die Crew befindet, hat ihren Preis. Obwohl im Film mehrfach gesagt wird, dass man die Kapazitäten des Schiffs praktisch bis zuletzt ausgereizt hätte, um einen dritten Passagier unterzubringen und an Gewicht zu sparen, scheint es wahnwitzig, dass gerade ein so bedeutendes System wie das, das hier ausfällt, nicht doppelt abgesichert ist oder dass sich an Bord zumindest keine Möglichkeit befindet, das System zu reparieren. Es drängt sich die Frage auf, wie unvorbereitet man eigentlich zum Mars fliegen kann – eine Reise, die hin und zurück immerhin insgesamt 2 Jahr ein Anspruch nimmt.

Stowaway - Blinder Passagier
(c) 2021, Stowaway Productions, LLC, Augenschein Filmproduktion GmbH, RISE Filmproduktion GmbH. All rights reserved.

In einigen Situationen wird zudem hervorgehoben, dass die Crew für dieses oder jenes nicht ausgebildet sei und auch hier kommt diese Frage wieder auf, denn obwohl jede der Figuren Experte auf ihrem Gebiet ist, scheint sie auf einige Situationen, die auf so einem Marsflug durchaus vorfallen können, nicht vorbereitet zu sein. Da runzelt man dann doch ab und an die Stirn.

Was ebenso fehlte, war die Frage danach, wieso Michael überhaupt an Bord war. Wollte ihn jemand aus dem Weg räumen? War es wirklich nur ein dummer Zufall/Unfall? So gelungen die bedrückende Atmosphäre an Bord aufgebaut wurde, dass man sich voll und ganz auf die Raumschiffcrew konzentrierte und die Erde außen vorließ, so sehr wünschte ich mir zumindest an dieser Stelle, dass man ein wenig mitbekommt, ob dahingehend auf der Erde ermittelt wird.

Stowaway - Blinder Passagier
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Fazit zu Stowaway: Blinder Passagier

Insgesamt ist Stowaway: Blinder Passagier allerdings ein gelungener Film, der sich Zeit nimmt. Wer ein langsames Charakterdrama schauen möchte, das sich Zeit für die Gedanken der einzelnen Charaktere nimmt, ist hier richtig. Wer einen actionreichen Flug zum Mars sehen möchte, sollte sich lieber nach einer Alternative umsehen. Abschließend lässt sich Stowaway: Blinder Passagier als hervorragend inszeniertes Charakterdrama beschreiben, das eine bedrückende Stimmung aufbaut und Fragen stellt, auf die man womöglich nie die richtige Antwort finden kann, mit denen sich eine Mars-Crew in naher Zukunft aber womöglich tatsächlich beschäftigen muss.

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  • Penna, Joe (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren
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  • Amazon Prime Video (Video on Demand)
  • Anna Kendrick, Toni Collette, Daniel Dae Kim (Schauspieler)
  • Joe Penna (Regisseur) - Ryan Morrison (Autor) - Ulrich Schwarz (Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

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