Das war die London Film & Comic Con 2022

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London Film and Comic Con 2022 - LFCC 2022 - Teaser

Im Jahr 2022 fand die London Film & Comic Con also erstmals wieder im Juli nach London Olympia zurück. Ein kleines Comeback feierte das Event ja schon im November 2021, als die LFCC den Platz der London Comic Con Winter einnahm. Aber war die LFCC 2022 tatsächlich zurück? Konnte das Event die Pandemie verkraften?

Die Antwort auf diese Frage muss „Jaein“ lauten. Obwohl das Gäste-Line-up auf den ersten Blick relativ stark wirkte, fiel auf, dass die ganz großen Headliner, wie sie in der Vergangenheit geladen wurden, fehlten. Außerdem waren viele große Gäste ausschließlich für Samstag gebucht, was in der Vergangenheit definitiv anders war.

Das macht aber kein schlechtes Line-up, denn es standen tolle Namen auf der Gästeliste.

Erster Eindruck von der Convention: Der allererste Eindruck vor Ort war in gewisser Weise schockierend, denn der Veranstaltungsort wird aktuell saniert und entsprechend ist Olympia eine Baustelle. Für die London Film and Comic Con 2022 bedeutete dies, dass die Veranstaltung weniger Platz einnehmen konnte und das Anstehen in der Früh bis in die erste Etage verlagert werden musste. Das war nicht gerade ideal, aber in diesem Fall vom Veranstalter auch nicht unbedingt zu ändern.

Vor Ort ging alles seinen gewohnten Gang. Die Autogramme befanden sich in der ersten Etage, zusammen mit den Photo Shoot Areas und einigen Ausstellern. Die Talk Areas befanden sich unten und inmitten der Händler, wozu ich weiter unten noch etwas schreiben werde.

Im Prinzip funktionierte die LFCC 2022 weiterhin wie ihre Vorgänger, man merkte dem Event allerdings auch den Mangel an Crew an und einige Vorgänge waren dann doch etwas eingerostet, sozusagen. Mit ein wenig Organisationgeschick konnte man aber dennoch alles ergattern und mitmachen, was man vorhatte.

Positiv anzumerken ist außerdem, dass es eine Vielzahl und eine bunte Mischung an kostenfreien Panels gab. In der Vergangenheit gab es deutlich mehr Panels, die nur gegen Aufpreis besucht werden konnten und auch die Preise für diese waren teilweise erheblicher – wenigstens etwas ist also günstiger oder sogar kostenfrei geworden!

So lief es auf der LFCC 2022

Was war positiv? Ja, das LFCC-Feeling war zurück. Das muss man schon sagen. Und das Konzept funktionierte noch immer wie gehabt. Anstehen, VQ-Tickets, Photo Shoots, man war sofort wieder „drin“ und wusste, wie der Hase läuft, wenn man in der Vergangenheit vor Ort war.

Deutlich besser organisiert als die letzten Male waren durchaus die Panels. Obwohl das Fotografieren (ohne Blitz) in Panels immer erlaubt ist, kam es in der Vergangenheit immer wieder vor, dass die Crew das Fotografieren komplett untersagte. Auch der Einlass zu den Panels lief recht gut.

Während es in der Photo Area etwas beengt zuging – was meist den Menschen geschuldet war, die einfach nicht tun können, was man ihnen sagt! – hatte man den Händlern sehr viel Platz eingeräumt. Die Korridore waren breit angelegt und man kam entsprechend gut an die Stände, weil sich die Massen verteilten.

Obwohl, wie weiter oben bereits geschrieben, die ganz großen Headliner fehlten, konnte die London Film & Comic Con 2022 mit einem bunt durchgemischten und tollen Gäste-Line-up überzeugen.

Was war negativ? Die Frage, die mit den ganz großen Headlinern verbunden ist, ist allerdings auch, ob man sich diese überhaupt noch leisten kann. In den vergangenen 2-3 Jahren zogen die Preise derart massiv an, dass einem das Autogrammesammeln durchaus vergehen kann. Das bekam man auch während der London Film & Comic Con 2022 zu spüren, denn wo man einst viele Autogramme für 15 Pfund erhielt, begannen die Preise für „normale“ Gäste bei 25 Pfund. Klar, Flüge, Unterkunft, etc. sind in den vergangenen Jahren teurer geworden, doch manche Preisanstiege kann man sich schlichtweg nicht erklären und allmählich ist der Punkt erreicht, an dem man sich fragt, wie lange die Leute das noch zahlen (können).

Die Lage der Talk-Areas war dieses Mal nicht ideal, aber aufgrund der Baustelle vermutlich nicht anders zu regeln. Anders regeln ließe sich aber, was sich in Sachen Voucher tut. Muss ein Gast absagen, erhält man ausschließlich einen Voucher statt einer Rückerstattung des Geldes. Nutzt man den Voucher nicht, dauert es zwei Jahre, bis das Geld rückerstattet wird.

Wird ein Gast auf ein zukünftiges Event umgebucht, so werden die Tickets automatisch transferiert, es sei denn, man meldet sich innerhalb der angegebenen Frist und teilt mit, dass man an diesem zukünftigen Event nicht teilnehmen kann. Dann gibt es wiederum nur einen Voucher. Da das Geld entsprechend an den Veranstalter gebunden ist, ist mir persönlich die Lust darauf vergangen, direkt nach der Ankündigung Tickets zu buchen und ich denke, vielen anderen auch. Entsprechend investieren sie ihr Geld erst kurz vorher in Tickets, das dem Veranstalter dann wiederum im Vorfeld nicht zur Verfügung steht – ein Teufelskreis, der hoffentlich bald beendet wird.

Und wo wir schon beim Thema Geld sind – jede Menge Geld kosten auch die Diamond Passes, die ich doch hin und wieder buche. In der Vergangenheit lagen diesen auch coole „Geschenke“ bei – nicht mega-teuer, aber doch recht genial. Bei Gina Torres war es ein Kreditkartenmäppchen mit Firefly-Schriftzug, bei Tom Ellis ein Mini-Flachmann, bei Hayden Christensen war es eine Power Bank.

Die diesjährigen Diamond Pass-Geschenke waren hingegen ein Schlag ins Gesicht. So gab es bei Stephen Amell nur einen Print – der sonst standardmäßig beilag. Bei Andy Serkis bekam man einen Kugelschreiber. Billiger geht wohl nicht mehr. Ich erwarte bei den Diamond Pass-Goodies nicht viel, aber das war dann doch schon sehr enttäuschend.

Fazit zum Event: Die London Film and Comic Con 2022 war weitestgehend gelungen, doch manches lief nicht ganz so, wie es sollte, als wäre der Veranstalter ein wenig eingerostet. Jedoch muss man auch anmerken, dass an vielen Problemen die Besucher selbst schuld waren, die sich schlichtweg nicht an die Regeln hielten oder den Anweisungen der Crew folge leisteten.

Wer schon häufiger auf Cons oder der LFCC war und einigermaßen organisiert ist, hatte jedoch keine weiteren Probleme damit, alles zu bekommen, was er wollte.

Nicole Sälzle schreibt seit 2005 für Stargate-Project.de und legte damit den Grundstein für ihre Zukunft. Ihre jahrelange Erfahrung im redaktionellen Umfeld nutzte sie als Sprungbrett - erfolgreich. Mittlerweile schreibt die studierte Übersetzerin und Dolmetscherin für namhafte Newssites im Bereich Film & Serien. Unter dem Titel "Der Verlorene Sektor" bringt sie ihre eigene Sci-Fi-Romanreihe raus.

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