Vom 12. bis 14. September 2025 fand die Noris Force Con 7 statt und erneut standen zahlreiche spannende Panels auf dem Programm.
Nachdem wir mit dem ersten Teil des Panel-Berichts auf die Behind-the-Scenes-Geschichten zurückblickten, widmen wir uns heute den Panels mit Gästen, die für die Sternenkriegssaga vor der Kamera standen.
Eines der Panels, auf das sich viele Star Wars-Fans gewiss gefreut hatten, dürfte zugleich einen Großteil der Besucher verärgert haben. Auf dem Programm stand die Toshee Station Reunion. Erstmals seit dem Dreh der geschnittenen Toshee Station-Szene versammelten sich Garrick Hagon, Koo Stark und Anthony Forrest gemeinsam auf der Bühne. Ein epischer Moment, durch den als Moderator David West Reynolds führte.

Doch nachdem Koo Stark schon kurz nach Betreten der Bühne klargemacht hatte, eigentlich nur hier zu sein, weil sie einen Anwalt suche, um gegen Disney vorgehen zu können, drehte sich fast das gesamte Panel um besagte Suche nach einem Anwalt und das Aufbegehren der Darsteller gegen Disney.

Während ich durchaus dafür bin, dass auf Missstände in der Film- und Serienindustrie hingewiesen wird und man sich gewiss nicht alles von den Giganten der Branche gefallen lassen muss, diente das Panel in Teilen vor allem dazu, die Fans um sich zu scharen und Stimmung gegen Disney und Lucasfilm zu machen, ohne alle Aspekte der Hintergründe zu darzulegen.
Habe ich das Anliegen von Koo Stark und Anthony Forrest korrekt verstanden, dann geht es ihnen unter anderem darum, dass ihre Charaktere beispielsweise in The Book of Boba Fett kurz in Erscheinung traten, jedoch gänzlich ohne ihr Mitwirken (auch nicht mittels KI). Hierfür möchten sie aber offensichtlich genauso “entschädigt” werden wie für den Umstand, dass die geschnittene Toshee Station-Szene inzwischen öffentlich verfügbar ist und somit auch damit Geld eingenommen wird, ebenso wie beispielsweise für Actionfiguren, etc.

Da ich nicht vollständig in der Materie stecke, möchte ich dieses Thema an dieser Stelle mit dem Hinweis beenden, dass ich es dann irgendwann schon als reichlich aufdringlich empfand, mehrfach um einen Anwalt zu betteln. Sehr schade, dass dieses Panel diese Wendung genommen hat.
Etwas Humor brachte hier Garrick Hagon rein, der erklärte, sich in vollem Bewusstsein darüber zu sein, dass Biggs tatsächlich eine Freundin gehabt hätte. Im Interview am nächsten Tag – das ihr hier in Kürze finden werdet – verriet er mir zudem, dass er Zitate aus diesem Comic, in dem Biggs eine Freundin hat, inzwischen gerne auch für Autogramme verwendet, um etwas Abwechslung reinzubringen.

For the Empire: Das Panel der Bad Guys
Im Anschluss drehte sich (fast) alles um das Imperium (oder die Erste Ordnung). Auf der Bühne nahmen Andy de la Tour und Paul Weston sowie Kenny-Lee Mbanefo und Samantha Alleyne Platz.
Andy de la Tour schilderte seine Zusammenarbeit mit Guy Henry, der in Rogue One: A Star Wars Story* den Tarkin spielte. Damit seine Gesichtszüge erfasst werden und ein CGI-Bild des verstorbenen Peter Cushing darüber gelegt werden konnte, trug dieser natürlich jede Menge Punkte im Gesicht und eine Kamera-Konstruktion auf dem Kopf. Das hätte äußerst merkwürdig angemutet, doch als er das Resultat gesehen habe, sei er ehrfürchtig gewesen, im Film plötzlich neben Peter Cushing zu stehen.

Paul Weston, der sowohl in Die Rückkehr der Jedi-Ritter* als auch in Rogue One zu sehen war, berichtete, wie er sich am Set von Episode VI den Fuß gebrochen, weil er falsch und versehentlich in die Sarlacc-Grube gestürzt war. Auf dem Gips hätten schließliche alle Anwesenden am Set unterschrieben, darunter auch Carrie Fisher. Heutzutage wird der Gips auf der Rancho Obi-Wan aufbewahrt.
In Rogue One, wo er einen imperialen Ingenieur spielte, hätte er eine ganz andere Herausforderung gehabt. So hätten sie im kalten, strömenden Regen gedreht und als sämtliche Ingenieure erschossen wurden und sie am Boden liegen mussten, hätte man vier zitternde Leichen gesehen.

Kenny-Lee Mbanefo und Samantha Alleyne schilderten derweil, welche Erfahrungen sie bislang an den Star Wars-Sets gemacht hatten, an denen sie gearbeitet hatten. So erzählten sie beide, wie sie völlig aus dem Häuschen gewesen seien, als sie – noch nichts ahnend – zur Vorstellung aufgeschlagen seien und eine Stormtrooper-Rüstung gesehen hätten. Ihnen sei natürlich sofort klar gewesen, dass sie für Star Wars gebucht werden sollten, doch obwohl es offensichtlich gewesen sei, hätten alle Verantwortlichen immer nur den Code-Namen des Projekts verwendet. Geheimhaltung und so.

Kenny-Lee Mbanefo durfte für seine Vorbereitung als Stormtrooper sogar ein Bootcamp absolvieren, um zu lernen, wie er sich in der Rüstung zu bewegen hatte. Samantha Alleyne hatte dahingehend weniger Glück. Sie stieß erst zur Produktion als JJ Abrams bemängelt hätte, dass lediglich Männer für die Stormtrooper verpflichtet worden seien. Sie hätte damals Glück gehabt, aber sei unglaublich unvorbereitet gewesen und entsprechend am ersten Drehtag in Tränen ausgebrochen, weil sie nichts gesehen hatte, sich kaum bewegen konnte und im Prinzip keine Ahnung gehabt hätte, was sie tut.
Herausfordernd war aber auch noch eine andere Sache: Niemand hatte sich bis dahin Gedanken gemacht, wie Frauen in einer Stormtrooper-Rüstung aufs Klo gehen sollten. Die Auflösung gab es dann aber erst im Sonntagspanel.
Diana Lee Inosanto: Fragen an eine Nachtschwester
Auch Diana Lee Inosanto stellte sich in einem Panel den Fragen des Moderators und des Publikums. Sie erzählte von ihrem Martial-Arts-Background und davon, wie Dave Filoni und Jon Favreau sie per Google-Suche für die Rolle der Morgan Elsbeth gefunden hätten, weil sie nach Badass Female Martial Artist gesucht hätten.

Über die Rolle hätte sie anfangs gar nicht viel gewusst, erklärte sie. Nicht einmal den Namen hatte sie gekannt.
Als sie dann erfuhr, dass sie mit einem Beskar-Speer kämpfen dürfe, hätte sie das als großartig erachtet und einen wahren Fanmoment erlebt. Besonders blieb ihr allerdings die Szene im Gedächtnis, in der sie Rosario Dawsons Ahsoka gegenüberstand, die mit zwei Lichtschwertern kämpfte. Nachdem sie als Kind Star Wars im Kino gesehen hätte, hätte ihr Vater zwei Plastiklichtschwerter gekauft und mit diesen gegen sie gekämpft. Im Prinzip sei wohl alles auf diesen Moment in ihrem Leben hingelaufen.

Zu der Frage, ob sie auch im Besitz von Action-Figuren ihres Charakters ist und was sie davon hält, erklärte sie, dass sie ab und an Figuren zugeschickt bekäme und tatsächlich ein paar Actionfiguren besäße. Die verteile sie liebend gern mit Notizen im Haus, um ihre Familie darauf hinzuweisen, welche Aufgaben erledigt werden müssten.
Prequels, Sequels & Spin-offs am Sonntag
Am Sonntag standen nur wenige Star Wars-Stars von vor der Kamera auf der Bühne. Für ein gemeinsames Panel mit dem Titel “Prequels, Sequels & Spin-offs” fanden sich Mary Oyaya, Kenny-Lee Mbanefo und Samantha Alleyne auf der Bühne ein.
Samantha Alleyne musste sogleich einmal auflösen, wie sie denn nun im Kostüm aufs Klo ging und erklärte, dass sie das erste Mal ganze 40 Minuten gebraucht hätte, weil sie fast das gesamte Kostüm hätte abnehmen müssen. Daraufhin hätte sie erklärt, dass das so nicht weitergehen könne und der 2-Wege-Reißverschluss im Schritt einer Frau nicht viel brächte.

Daraufhin kam die Idee auf, den Unteranzug an der Hüfte zu teilen, sodass man sozusagen eine Hose nach unten ziehen könne. Aber auch das sei nicht besonders praktikabel gewesen. Die Lösung sei für sie schließlich in Form eines Shewee gekommen, also eines “Gadgets” mit dem Frauen im Stehen pinkeln können. Für sie habe diese Entdeckung das Tragen des Kostümes revolutioniert.

Als das dann einmal geklärt war, sprach Mary Oyaya über ihren Castingprozess und erklärte, dass sie sich nicht besonders viele Chancen auf die Rolle der Luminara Unduli ausgemalt hätte. Tatsächlich sei sie dann aber gebucht worden und es handle sich um eines der schönsten Erlebnisse, das sie je gehabt hätte.

Sogar Lichtschwerttraining hätte sie damals erhalten. Jedoch hätte man ihr auch beigebracht, einfach auf das zu hören, was ihr ihr Gefühl sage und wonach ihr der Sinn stehe. Mit Musik hätte sie sich dann auf ihre Szenen eingestimmt, was für Luminara Unduli bestens funktioniert hätte.
Während der Noris Force Con hätte sie auch festgestellt, dass der Charakter eine Actionfigur erhalten habe – eine Figur hätte sie von einem Fan geschenkt bekommen. Von den Büchern und von den Auftritten Luminaras in The Clone Wars wusste sie jedoch schon länger.
Weitere Eindrücke von den Panels der Noris Force Con 7 findet ihr im ersten Teil des Panel-Berichts, erwarten euch aber auch mit den Interviews, die ich vor Ort führen durfte. Bis dahin nehme ich euch mit zur Pressekonferenz der NFC 7 sowie auf einen Rundgang über die Con. Außerdem gibt es bereits erste Informationen zur Noris Force Con 8.
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