Panels leisteten einen großen Beitrag zum Programm der Noris Force Con 7. Die Star Wars-Convention in Fürth ging dabei oftmals unkonventionelle Wege.
Die Noris Force Con ist ein Event, das aus dem Rahmen fällt. Von Fans für Fans. Für den guten Zweck. Und Programm und Angebot setzen sich so zusammen, dass eine ganze Bandbreite an Interessen bedient wird. Die Noris Force Con lebt von der Atmosphäre, die aus dieser Mischung und dem Miteinander sämtlicher Teilnehmer und Angebote entsteht. Die Noris Force Con geht ihren eigenen Weg und das auch auf der Bühne (oder besser gesagt den Bühnen).
Das Programm der Noris Force Con 7
Während die großen Comic Cons die ganz großen Film- und Serienstars ankündigen, bietet die Noris Force Con 7 auch hinsichtlich der Panel etwas, was man auf den meisten anderen Events vermisst: kleine Themen-Highlights, die man auf einer Vielzahl anderer Conventions schmerzlich vermisst.
Neben den großen Schauspielerpanels erwarteten die Besucher der Noris Force Con 7 auch in diesem Jahr wieder Vorträge und Panels, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkten, sich aber zu wahren Juwelen mauserten, insbesondere für Fans, die gerne ein wenig tiefer in die Star Wars-Geschichte aber auch in die Filmbranche eintauchen.
So beleuchteten neben den Stars, die für den Krieg der Sterne vor der Kamera standen, unter anderem Luis Guggenberger und Michael Peter, David West Reynolds, Michael Lynch und David O’Reilly spannende und oftmals vernachlässigte Aspekte der Sternenkriegssaga und der Filmbranche im Allgemeinen.
Spielzeugentwicklung über Star Wars hinaus
Tim Effler sprach, wie in der Vergangenheit sein Kollege Jim Swearingen, über die Entwicklung von galaktischem Spielzeug. Dabei erklärte er, worauf er Wert legte und dass es ihm stets wichtig war, den Actionfiguren etwas Material mit auf den Weg zu geben, damit man damit tatsächlich spielen konnte.

Auf diese Weise konnte man Star Wars– und andere Figuren zudem noch ein wenig über ihre eigentliche Lebensdauer hinaus entwickeln, da das Interesse daran aufrecht gehalten wurde. Leider verabschiedeten sich viele Figuren dann doch früher oder später vom Markt, einfach, weil ein Thema zu Ende entwickelt war (oder aus sonstigen geschäftlichen Gründen).

Effler erzählte auch, dass er eigentlich in der Abteilung für Mädchenspielzeug gearbeitet hatte, was allein dem Umstand geschuldet war, dass Actionfiguren damals noch als Puppen klassifiziert wurden, die “natürlich” für Mädchen entwickelt wurden, während die Jungs Fahrzeuge und Raumschiffe erhielten. Erst später wurden Actionfiguren als Actionfiguren betrachtet und damit auch als Spielzeug für Jungs.
Der Indiana Jones des Star Wars-Universums
Am Freitag der Noris Force Con 7 hielt David West Reynolds einen Vortrag über seine Wiederentdeckung der Star Wars-Sets in Tunesien. Er schilderte, wie er kurz nach seinem Archäologie-Studium bei Lucasfilm anfragte, um zu erfahren, wo die Sets liegen, und musste erstaunt feststellen, dass man es dort nicht wusste.

Daraufhin packte ihn der Ehrgeiz und er begab sich selbst auf die Suche. Mit nur wenigen Anhaltspunkten fand er schließlich den Cantina-Eingang, das Zuhause von Luke und auch den Canyon, in dem dieser von den Tusken niedergeschlagen wurde.
Im Anschluss an seine Reise veröffentlichte er einen Bericht darüber im Star Wars Insider und erhielt einige Zeit später einen Anruf von Rick McCallum, der für die Dreharbeiten von Star Wars: Episode 1 – Die dunkle Bedrohung wissten wollte, wo sich die ganzen Drehorte von einst befanden. David West Reynolds pokerte und erklärte, die GPS-Daten – die zu diesem Zeitpunkt nur er besaß – nicht rauszurücken. Wenn Lucasfilm die GPS-Daten wollte, müsste man ihn mitnehmen.

McCallum willigte schließlich ein und so begann für David West Reynolds seine Reise durchs Star Wars-Universum, ganz gleich, ob in Tunesien, als Autor verschiedener Sachbücher oder als Boba Fett für Bilder in Büchern oder bei verschiedenen Lucasfilm-Aktionen.
Star Wars Made in Germany
Für einen Vortrag kehrte Luis Guggenberger zurück, nachdem er bereits bei der Noris Force Con 6 zugegen gewesen war. Dieses Mal stand er gemeinsam mit Michael Peter auf der Bühne, der bei der vergangenen NFC noch als Besucher anwesend gewesen war.

Beide sprachen über ihren Werdegang in der Filmbranche – von ihren ersten Schritten, die sie in diese Richtung führten, bis hin zu Projekten wie Star Wars: Die letzten Jedi* und Skeleton Crew* – und zeigten anhand von Beispielen, wie sie an eine Aufgabe oder einen Auftrag herangehen.
Eindrucksvolles Bildmaterial von ihren Arbeiten (man sollte eher Kunstwerke sagen) hatten beide ebenso im Gepäck, mit dem sie das Publikum ins Staunen versetzten.

Beeindruckende Star Wars-Modelle für den Container
Vorträge über das Location Scouting mit David O’Reilly und über Old School SFX ermöglichten es ebenso, mehr über die Entstehung von Filmen zu erfahren, wie der Building Foreign Worlds-Vortrag von Michael Lynch.
Er hatte spannende Bilder von hinter den Kulissen mitgebracht, die veranschaulichten, wie die Modelle aus dem Star Wars-Universum entstanden waren. Unter anderem anhand des Utapau-Modells gab Lynch Einblicke in die Konstruktion von Landschaftsmodellen unterschiedlicher Größe sowie in verschiedene Aufnahmetechniken, sodass im Film der Eindruck entsteht, als hätte man es mit einem echten Planeten und Ökosystem zu tun.
Besonders viel Aufwand bedeutete damals der Bau des Mustafar-Modells mit all seinen Lavaflüssen. Hierfür seien Plexiglas-Oberflächen zum Einsatz gekommen, damit die Lavaströme von unten erleuchtet werden konnten. Beim Dreh sei es aufgrund dieser Beleuchtung auch entsprechend heiß geworden. Man kann sich nur vorstellen, dass sich die Crew tatsächlich wie auf Mustafar fühlte.
Leider, so berichtete er, landen viele dieser Modelle nach dem Dreh direkt im Container und werden entgegen Kostümen und Props nicht aufbewahrt. Deshalb habe sich auch der Spruch etabliert, man solle kein Modell bauen, dass größer als das Fassungsvermögen eines Containers sei.
Weitere Eindrücke von den Panels der Noris Force Con 7 erwarten euch in Kürze, in Teil 2 dieses Panel-Berichts, aber auch mit den Interviews, die ich vor Ort führen durfte. Bis dahin nehme ich euch mit zur Pressekonferenz der NFC 7 sowie auf einen Rundgang über die Con. Außerdem gibt es bereits erste Informationen zur Noris Force Con 8.
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