Rick Cosnett - The Flash - Interview - Comic Con Prague 2026

Rick Cosnett spielte in The Flash Eddie Thawne und obwohl er verhältnismäßig kurz dabei war, ist seine Rolle unvergessen. Gelegentlich tauchte er deshalb auch immer wieder einmal auf, so auch zum großen Finale der Serie.

Während der Comic Con Prague 2026 hatte ich die Gelegenheit, mit ihm über The Flash, Conventions, The Vampire Diaries und mehr zu sprechen.

Die englische Version dieses Interviews findet ihr HIER.


 

Wie ist dein Eindruck von der Comic Con Prague? Gefällt dir die Con?

Ja, [sie ist] sehr organisiert und [das ist] eines der besten Veranstaltungszentren, das ich je gesehen habe. Und eines der besten Setups, das ich je gesehen habe. Ehrlich. Die Stände, alles wird sehr professionell betrieben. Großartige Schauspieler, aber auch ein großartiges Publikum. Sie [Anm. d. Ü.: Er meint die Zuschauer] waren einfach so aufmerksam. Sie saßen dort und waren bereit uns zu lieben, uns zuzuhören und zu lachen. Ich war wirklich sehr beeindruckt. Es war ein sehr herzlicher Empfang.

Deine Darstellung von Eddie Thawne in The Flash hat viele Fans bewegt und ebenso der Umstand, dass du die Serie verlassen musstes. Hat die Reaktion der Fans in deine Rückkehr zur Serie mit reingespielt oder waren diese Comebacks schon zuvor geplant?

Das ist tatsächlich eine gute Frage. Ich habe bis zu eben diesem Moment nie darüber nachgedacht. Ja, vielleicht hat es das. Vielleicht hat es das. Vielleicht dachten sie, sie töten mich und würden mich nie wieder sehen. Ich hoffe nicht, aber wenn sie es dachten, haben die Fans ganz offenbar sehr geholfen und vielleicht haben sie auch nicht geahnt, wie traurig jeder sein würde.

Aber ich denke, sie rechneten damit. Ich denke, sie wollten, dass alle äußerst traurig sind, weil sie es so geplant haben. Es handelte sich aber tatsächlich um eine spektakuläre Reaktion und es hat sich für mich wirklich gut angefühlt, denn niemand möchte, dass man stirbt und es interessiert niemanden.

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, hat es gewiss [Einfluss auf die Comebacks gehabt]. Ich bin mir sicher, sie betreiben auch Marktforschung und all das. Es ist ziemlich drastisch, einen Hauptcharakter zu töten, aber ich denke, sie hätten es ohnehin getan und mein Charakter war einfach am falschen Fleck.

Wie war es, von Zeit zu Zeit zurückzukehren, insbesondere, als dies in den späteren Seasons der Fall war?

Die Geschichte spiegelte hier praktisch das wahre Leben wider. Es war aus einer Reihe von verschiedenen Gründen traurig, als ich sterben musste, aber ich war mir sicher, dass ich mich anderen Dingen zuwenden würde.

Es war also keine Katastrophe, aber es fühlte sich … Ich fühlte mich verletzt. Ich fühlte mich auch auf verschiedenen Ebenen nicht respektiert. Natürlich nicht durch die Darsteller, weil es nicht deren Entscheidung war. Jedes Mal, wenn ich zurückkehrte, konnte ich wieder mit diesen Menschen zusammen sein, die ich liebte, aber diese schreckliche Sache war eben passiert und niemand wusste so recht damit umzugehen, schließlich will man auch nicht zu sehr die „Oh, geht es dir gut?“-Schiene fahren, weil das ebenfalls ziemlich merkwürdig wäre. Die ganze Situation war verrückt.

Zurückzukehren war wie die Zeit zurückzudrehen und in ein anderes Universum zurückzukehren. Es war als wäre Eddie … als wäre ich gestorben und sie haben mit der Arbeit einfach weitergemacht und ich war einfach nicht länger an der Serie beteiligt. Es war ehrlich gesagt ziemlich seltsam, aber ich liebte es, zurückzukehren, weil ich die Arbeit an der Serie liebte.

Ich war also ziemlich erfreut, zurückzukehren, obwohl ich nie wirklich zurückkehren konnte. Aber ganz am Ende konnte länger als sonst wieder mitmischen und ich schätzte es sehr, am ersten als auch am letzten Tag zugegen gewesen zu sein. Es war mir und hoffentlich auch anderen Menschen sehr wichtig, die Handlung abzuschließen und weiterzuziehen und dabei diese schöne Erinnerung zu bewahren. Das war es immer, aber das zementierte es für mich. Die Möglichkeit, für das Ende noch einmal da sein zu dürfen, bedeutete mir sehr viel, mehr als ich unbewusst angenommen hatte, weil es mir gestattet war, eine ganzheitliche, wundervolle glückliche Erfahrung zu schaffen und mich am Ende einbezogen zu fühlen.

Hast du darüber nachgedacht, dich bei Marvel zu bewerben, nachdem du aus The Flash geschrieben wurdest?

Absolut. Ich denke, ich hatte nicht ein Vorsprechen für Marvel und leider liegt das nicht in den Händen eines Schauspielers. Es sind die Agenten, die alles für einen erledigen. Man ist also immer nur so gut wie der Agent gut darin ist, einen zu verkaufen. Wisst ihr, was ich meine?

Ja. Gibt es ein Marvel-Projekt, an dem du gerne beteiligt wärst, oder einen Charakter, den du gerne spielen möchtest?

Absolut. Ich meine, es gibt viele verschiedene. Natürlich wäre es einer, der bislang nie umgesetzt wurde. Also wenn ihr mir eine Liste dieser Charaktere hättet, die man bislang nicht umgesetzt hat, kann ich euch sagen, welche etwas für mich wären. Einige Charaktere sind sehr, sehr komplex, etwa Doctor Strange. Das ist doch Marvel?

Ja.

Ja. Gut. Ich wollte nur sichergehen! Ich denke, es gäbe für mich eine Vielzahl an Optionen. Ich bin ein Schauspieler durch und durch. Ich mag die Schauspielerei und ich mag Charaktere. Also glaubt mir, ich hätte kein Problem damit, für einen Marvel-Film vor der Kamera zu stehen. Ich habe das Gefühl, ich könnte das im Kopfstand erledigen.

Das Arrow-verse endete vor einigen Jahren. Wie ist es für dich, auf dieses riesige Universum zurückzublicken und zu wissen, dass du Teil dieses Projektes warst, das noch immer eine so große Fanbase hat?

Ich denke, ich kann mich sehr glücklich schätzen, weil ich viele andere Jobs hätte bekommen können, die ich am Ende nicht erhielt. Aber der eine Job, den ich bekommen habe, ist The Vampire Diaries, das heutzutage noch beliebter ist als jede andere Serie, in der ich je zu sehen war. Ich habe letztes Jahr um die neun Vampire Diaries-Conventions besucht.

Und auch [für] The Flash [gilt]. Es ist großartig, dass die Leute es wieder und wieder schauen und heutzutage mehr denn je. Ich werde inzwischen fast noch mehr als Eddie erkannt als einst. Das ist ein Segen. Und es ist ein Segen, Teil davon gewesen zu sein – und darauf möchte ich auch nicht herumtrampeln. Es war nur so, dass deine Fragen einige Emotionen wieder aufkommen ließen. Normalerweise bin ich einfach nur super glücklich, dass ich Teil dieser Geschichte war und sehr dankbar dafür, dass ich das erleben durfte.

Obwohl sich das Arrow-verse – wie schon gesagt – gut schlug, ist es inzwischen abgeschlossen, auch aufgrund der verschiedenen Erdbeben bei den DC-Filmen und -Serien. Denkst du, dass die aktuellen Projekte von The Flash, Arrow und den anderen Serien lernen könnten? Welche Lektionen sollten sie deiner Meinung nach daraus ziehen?

Ich kann erkennen, welche Richtung sie einschlagen. Ich denke, von dem, was ich gehört habe, befinden sie sich auf einem guten Weg. Ich habe bislang nichts davon gesehen, aber ich habe davon gehört und vielleicht einen kleinen Schnipsel von Superman gesehen. [Superman] schien ziemlich aufgeweckt und lustig gewesen zu sein, was eine gute Entscheidung ist.

Vom Schauspieler, den man wählt, hängt alles ab und vielleicht sollten sie diese Lektion lernen … Grant Gustin war so perfekt und charismatisch und anders und er zog einfach sein eigenes Ding durch und ist ein großartiger Schauspieler. Ich denke, das war einer der Gründe, weshalb The Flash so gut ankam. Der Hauptdarsteller, der die Titelrolle spielt, ist super wichtig. Und man kann von da ausgehend casten und man castet auf ähnliche Weise weiter. Ich habe den Eindruck, bei Grant und dem Rest von uns, den sechs, die am Anfang da waren, … wir waren ein großartiges Ensemble und haben Grant sehr gut ergänzt. Außerdem war das The Flash Production Design locker und lustig und unterhaltsam.

Das ist also eine gute Frage und ich würde sagen: Konzentriert euch darauf, die richtigen Leute zu casten und dann die Welt zu erschaffen. Die Welt von The Flash war so glaubhaft, weil wir etwas schufen, das sich echt anfühlte, hauptsächlich, weil wir die Handlung und die Charaktere so sehr liebten. Das ist die Sichtweise eines Schauspielers. Ich weiß nicht, was die Produzenten tun sollten.

Du hast vorhin schon The Vampire Diaries erwähnt, das ebenfalls eine riesige Fanbase hat. Wie sehen die Unterschiede zwischen diesen beiden großen Fandoms aus und wenn es welche gibt, wie ist es zu einer The Vampire Diaries-Convention zu gehen und wie, zu einer The Flash-Convention?

Das ist eine sehr gute Frage. Wir sind eigentlich leider nicht wirklich auf Flash-Conventions. Früher waren wir bei der City of Heroes, mit Arrow und allem, ganz, ganz am Anfang. Aber seither leider … Es gibt einige, aber ich meine, dass immer nur fünf von ihnen gehen. Sie gehen immer gemeinsam auf Cons. Ich würde gerne eine Flash-Convention besuchen. Ich denke, es wäre großartig, insbesondere die Fans zu treffen, die The Flash lieben. Und dennoch gab es das für mich seit 2015 nicht mehr.

Aber Vampire Diaries ist fantastisch. Sie lieben die Serie, sie weinen, wenn sie mich sehen. Sie kennen alle Zeilen. Ich war gerade erst in Paris und sie haben eine Puppe von Dr. Wes Maxfield gemacht. Sie haben einen Stern nach mir benannt. Sie sind verrückt und fantastisch und sehr leidenschaftlich.

Dagegen fällt es schwer, Conventions wegen The Flash zu besuchen, weil ich allein unterwegs bin. Dabei wäre ich gerne mit dem Maincast zusammen unterwegs, vor allem Jesse, den ich erst vor kurzem getroffen habe und der Detective West spielte. Jesse, Candice und ich sollten vielleicht ein paar besuchen, weil ich meine, es sind Grant, Danielle, Candice und vielleicht Carlos. Ich weiß nicht, ob Candice dabei ist, aber Tom und John Wesley. Sie treiben sich gemeinsam herum und gehen auf Conventions. Ich habe versucht, mich ihnen anzuschließen, aber ich weiß nicht, vielleicht bekommt mich mein Agent einfach nicht unter.

Gibt es derzeit TV- oder Streamingserien, in denen du selbst gerne eine Rolle innehaben möchtest – in jedweder Kapazität? Welche und warum?

Ich wäre sehr gerne bei The White Lotus dabei. Das ist eine meiner Lieblingsserien. Ich bin der Ansicht, dass sie sehr gut geschrieben und geschauspielert wird. Es gibt so viele verschiedene Rollen, die ich darin spielen könnte. Es geht hauptsächlich um reiche Leute und ich wäre wahrscheinlich eine dieser reichen Personen, denn seien wir ehrlich, es geht auch darum, die weiße Vorherrschaft auf verschiedene Arten auseinanderzunehmen und die Messages sind wirklich, wirklich deutlich und sehr gut. Und etwas wie Succession wäre ebenfalls etwas, bei dem ich liebend gern dabei wäre. Irgendetwas bei HBO, wo Projekte lange entwickelt werden und die Drehbücher … Das ist einer meiner Träume.

Ich wäre außerdem gerne in einem englischen Historiendrama dabei, bevor ich das Zeitliche segne. Ich würde gerne Richard I. von England spielen, Richard Löwenherz. Oder auch Quasimodo, den Glöckner von Notre Dame. Ja, darauf lege ich mich fest.

Auf welche kommenden Projekte können sich deine Fans freuen? Erzähl uns ein wenig darüber.

Ich war vor kurzem bei Doctor Odyssey dabei, das in den USA bei ABC ausgestrahlt wurde und mit Joshua Jackson [in der Hauptrolle besetzt ist]. Es geht um eine Gruppe von Ärzten auf einem Kreuzfahrtschiff. Und dann war ich auch bei Palm Royale dabei, das bei Apple TV zu sehen ist und mit Kristin Wiig und Ricky Martin besetzt ist. Das ist wirklich unterhaltsame zu sehen, wirklich, wirklich unterhaltsam. Ich bleibe vorerst bei den beiden.


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Nicole Sälzle
Nicole Sälzle schreibt seit 2005 für Stargate-Project.de und legte damit den Grundstein für ihre Zukunft. Ihre jahrelange Erfahrung im redaktionellen Umfeld nutzte sie als Sprungbrett - erfolgreich. Mittlerweile schreibt die studierte Übersetzerin und Dolmetscherin für namhafte Newssites im Bereich Film & Serien. Unter dem Titel "Der Verlorene Sektor" bringt sie ihre eigene Sci-Fi-Romanreihe raus.

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