Kenny-Lee Mbanefo spielte in Star Wars schon viele Rolle – vom First Order Stormtrooper über den Mudtrooper bis zum Insassen von Narkina 5. Während der Noris Force Con 7 konnte ich mit ihm über seine Arbeit an Star Wars und weiteren Produktionen sprechen.
Die englischsprachige Version dieses Interviews findet ihr HIER.
Wie geht es dir heute? Gefällt dir die Convention?
Ich hatte nie mehr Spaß als in den vergangenen drei Tagen. Und das meine ich todernst. Ich war selten bei einem Event, bei dem ich mich so willkommen fühlte und wo die Menschen mir gegenüber so freundlich waren. Es ist nicht nur mein erstes Event in Deutschland. Das ist das erste Mal, dass ich überhaupt in Deutschland bin, und es hätte nicht besser laufen können.
Also haben wir einen guten Eindruck hinterlassen?
Absolut. Ich möchte definitiv wieder kommen.
Wie sieht denn ein Tag im Leben eines Stormtroopers aus? Von dem Moment an, an dem du am Set bist, das Kostüm anlegst …
Es ist auf jeden Fall ein sehr vollgepackter und langer Tag. Es kann sein, dass ich schon um 2 oder 3 Uhr nachts in den Tag starte. Ich stehe früh auf, um etwa 2 Uhr. Mich holt ein Auto oder ein Uber um etwa 3 Uhr ab und bringt mich zu den Pinewood Studios. Die liegen etwa zwei Stunden von meinem Zuhause entfernt. Ich komme dort also um etwa 5 Uhr morgens an. Und sobald wir am Set sind, melden wir uns bei unseren ADs, also den Assistent Directors. Wir melden uns bei ihnen und begeben uns dann in die Kostümabteilung, ziehen das Kostüm an.
Wenn es sich um ein Stormtrooper-Kostüm handelt, kann es ziemlich lange dauern, [es anzuziehen], weil man wirklich alles Teil für Teil anzieht. Unter der Rüstung befindet sich ein hautenger Anzug. Dann zieht man die Stiefel und die Unterschenkel, die Oberschenkel, die Butt Plate und das Cod Piece an, den Torso, die Bizepse … Am Ende zieht man den Helm zwar nicht auf, aber man trägt ihn mit sich. All das kann ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen.
Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, mich anzuziehen, aber am Anfang brauchte ich Hilfe von zwei Personen, um [die Rüstung] anzuziehen. Ich habe mich daran gewöhnt, aber auch das Kostümdesign wurde besser. Inzwischen kann man sich darin besser bewegen und sich schneller anziehen.
Sobald man angezogen ist, geht es weiter zum Frühstück. Bei Produktionen wie diesen, tischen sie ein sehr gutes Frühstück auf, weil man hart arbeiten muss. Aber man muss auch sicherstellen, dass man nicht zu viel isst. Man versucht gesund zu essen und viel zu schlafen. Schlaf ist besonders wichtig, weil man müde einfach nicht dazu in der Lage ist [Leistung zu erbringen] und insbesondere im Stormtrooper kann es ziemlich heiß werden, wenn man diesen einmal zehn bis vierzehn Stunden getragen hat. Es kann heiß und schwitzig werden. Man will nicht umkippen, weshalb man immer genug trinken sollte. Man will einfach nicht umkippen. Deshalb ist das wichtig.
Um etwa 6 Uhr bringen sie einen ans Set und dann hat man den ganzen Tag vor sich. Am Set legt man immer wieder eine Pause ein, etwa zum Mittagessen, zum Tee, manchmal geht man aufs Klo. Schluss ist irgendwann zwischen 6 und 8 Uhr abends.
Dann erledigt man alles wieder, nur andersherum. Man geht wieder in die Kostümabteilung, zieht sich aus. Man meldet sich ab und man fährt wieder nach Hause. Zuhause bin ich dann um etwa 10 Uhr abends. Und dann geht es wieder von vorne los. Am nächsten Tag. Es kann sehr anstrengend sein, aber wie ich sagte, man versucht einfach gesund zu bleiben, gut zu essen, gut zu schlafen und sich zu konzentrieren.
Wie ist es denn zum Beispiel einen First Order Stormtrooper oder einen Mudtrooper zu tragen, bevor überhaupt jemand weiß, dass diese Kostüme existieren? Wie war dein erster Eindruck?
Es fühlt sich gut an, etwas zu tragen, das noch nie jemand vor einem getragen hat und das noch nie zuvor jemand gesehen hat. Ich meine, natürlich gibt es schon sehr lange Stormtrooper, aber das Design hat sich seither sehr verändert. Gerade beim First Order Stormtrooper, der der erste seiner Art war…
Es handelte sich um ein großartiges Gefühl etwas Neues zu tragen, etwas, das über ein völlig neues Design verfügt. Es ist ein großes Privileg. Natürlich wäre es schön, es mit nach Hause nehmen zu dürfen oder zumindest einen Helm oder ein Kostümteil haben zu dürfen, aber leider ist alles mit Seriennummern versehen. Alles. Wenn irgendetwas fehlt, geht es los: „Okay, wo ist dein Kostüm? Wo ist der Helm?“ Überall sind Seriennummern drauf, weshalb man sicherstellen möchte, dass man alles hat und niemand etwas mitgenommen hat. Das gehört einfach zum Job.

Von meiner Rüstung weiß ich, dass immer wieder einmal etwas kaputtgeht. Gibt es irgendwelche Momente, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind, in denen an der Rüstung etwas kaputt ging?
Nein, so aus dem Stegreif nicht. Bei einer Produktion wie Star Wars wird sehr auf die Details geachtet. Sie sind sehr pingelig, etwa, wenn man irgendwo einen Fahrer auf der Rüstung hat oder ein wenig Dreck am Schuh klebt. Sie sehen alles. Die Kamera zeigt auch alles. Deshalb passen sie alle auf.
Das geht so weit, dass sie „Cut“ sagen und erklären „Da ist was auf seiner Rüstung“ oder „Dieses kleine Teil ist nicht sauber“ oder „Sein Helm sitzt nicht richtig.“ Oder irgendetwas anderes. Davon hängt ab, was professionell aussieht und was auf der Kamera nicht professionell aussieht. Die Leute sehen solche Dinge, insbesondere bei der heutigen Qualität im Fernsehen. Die Leute suchen Easter Eggs. Irgendetwas.
Ich bin mir sicher, du kennst die Geschichte von Game of Thrones, als jemand einen Starbucks-Becher auf einem Tisch vergessen hat und man diesen in der Folge sehen konnte. Man versucht einfach, dass dergleichen nicht passiert. Wenn also mit einem Kostüm etwas nicht stimmt, fällt es jemandem auf und es wird nicht zugelassen, dass man dies sieht. Ich kann mich wirklich nicht an irgendwelche Zwischenfälle erinnern oder, dass mit meinem Kostüm etwas nicht gepasst hätte. Ich bin selber ziemlich pingelig. Wenn sie es nicht sehen, sehe ich es.
Du warst ebenso bei Andor dabei, in den Narkina 5-Episoden. Ich habe von einigen Leuten schon gehört, dass es ziemlich deprimierend war, diese Folgen zu drehen, auch aufgrund der Gegebenheiten während der Corona-Pandemie. Wie hast du das wahrgenommen?
Ja, das war während der Corona-Pandemie. Es war so, dass man 48 Stunden zuvor einen Test machen musste, bei dem man einen Abstrich im Mund oder in der Nase machte, um zu sehen, ob man sich den Virus eingefangen hatte. Und innerhalb von 48 Stunden erhielt man die Testergebnisse, erfuhr, ob man positiv oder negativ war.
War man positiv, durfte man natürlich nicht arbeiten. Man durfte sich nicht am Set aufhalten und musste sich leider mindestens zwei Wochen lang isolieren. Das war einfach so und es betraf nicht nur die Mitglieder des Casts, sondern alle Personen am Set, ob man nun für die Beleuchtung zuständig war oder im Sound-Department arbeitete. War jemand positiv, wurde er nach Hause geschickt.
Das konnte die Dreharbeiten verzögern, den gesamten Drehplan, insbesondere wenn es ein Cast-Mitglied betraf, das für eine Szene unerlässlich war. In diesem Fall musste man eben jene Szene für zwei Wochen auf Eis legen und sie später nachholen.
Am Set mussten wir alle Masken tragen und zwischen den Takes, sobald der Regisseur „Cut“ rief, diese aufsetzen. Wir mussten Abstand halten und einen Abstand von mindestens knapp einem Meter einhalten. Das war zwingend notwendig. Wir trugen ein Schild vor dem Gesicht. Es war nicht gerade eine schöne Zeit. Es konnte ziemlich nervenaufreibend sein, weil man den halben Tag damit beschäftigt war, zu den Pinewood Studios zu gelangen und wieder zurückzufahren, nur um den Test zu machen. Der Test dauerte vielleicht 2 bis 3 Minuten und dann konnte man wieder nach Hause gehen. Nein, es war keine schöne Zeit, aber es musste leider sein. Die Vorkehrungen waren da und wir taten, was wir tun musste. Das ist es, woran ich mich erinnere, aber wir haben es geschafft. Wir haben es hinter uns gelassen und ich hoffe, das wir das kein weiteres Mal erleben – und im Falle doch, dass wir vorbereitet sind.
Du warst schon an vielen großen Produktionen beteiligt. Gibt es etwas, von dem du sagen würdest: Da will ich noch dabei sein!
Da gibt es schon ein paar. Ich war noch nie im Harry Potter-Franchise unterwegs. James Bond auf jeden Fall. Ich wäre wirklich gerne in irgendeiner Kapazität an James Bond beteiligt. Was noch? Sollten sie bald mal wieder einen Star Trek-Film im Vereinigten Königreich drehen, wäre das schön. Transformers. An Transformers wäre ich definitive interessiert. Es gibt noch einige, an denen ich mitwirken möchte.
Letzte Frage: Ich weiß, es ist schwierig, über zukünftige Projekte zu sprechen, aber gibt es zukünftige Projekte, über die du sprechen darfst und über die du sprechen möchtest?
Über was ich sprechen möchte und über was ich sprechen darf, sind zwei verschiedene Dinge. Ich möchte mit dir gerne über all die Dinge sprechen, die für mich anstehen, aber leider kann ich das nicht. Das Einzige, was ich tun kann, ist es, dir eine grobe Vorstellung davon zu vermitteln.
Ich arbeite an einem weiteren Science-Fiction-Film und an einer Fantasy-Historien-TV-Serie. Ebenso war ich an einem Musical-Film beteiligt, der in Kürze erscheint. Und, ja, ich denke, das ist alles, was ich aktuell sagen kann.
Schaut einfach immer wieder bei mir vorbei und wenn es an der Zeit kommt, wenn es zeitlich passt, werde ich die entsprechenden Informationen mit allen Teilen, mit all den Fans, all den Leuten.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
Danke auch.
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