Das Ganymed-Fragment von David Reimer ist der Auftakt einer neuen Trilogie, in deren Mittelpunkt ein Erstkontakt steht – ein Artefakt wurde gefunden, um dessen Macht sich verschiedene Fraktionen kaum nach dessen Entdeckung streiten.
Hinweis: Ein Rezi-Exemplar wurde mit vom Futureverse by Phantorion gestellt. Auf meine Meinung zum Buch nimmt dies keinen Einfluss. Diese gebe ich wie gewohnt und ungeschönt wieder.
Darum geht es in Das Ganymed-Fragment
Erstkontakt-Geschichten sind in der Science-Fiction bei weitem nichts Ungewöhnliches. Auch nicht, wenn der vermeintliche Erstkontakt dadurch zustandekommt, dass ein wohl außerirdisches Artefakt gefunden wird.
Im Prolog wird der Fund eben jenes Artefakts geschildert, mit dessen Entdeckung der Tod eines Bergbauarbeiters auf Ganymed einhergeht. Dass dieser Fall untersucht werden muss, darüber ist man sich schnell einig und so wird Detective Bishop von Ceres nach Ganymed geschickt, um dem mysteriösen Todesfall nachzugehen.
Der stößt vor Ort aber keineswegs auf große Gegenliebe. Bis er jemanden findet, der sich kooperationsbereit zeigt, dauert es. Aber das eigentliche Mysterium nimmt dann erst seinen tödlichen Verlauf.
Meine Meinung zum Trilogie-Auftakt
Der Einstieg in Das Ganymed-Fragment fällt leicht. Man lernt die Welt kennen und erfährt, wie sie ticket. Im Mittelpunkt steht dabei nach dem Prolog auch ziemlich bald Detective Bishop, dessen Reise der Leser in diesem Science-Fiction-Buch begleitet. Durch seine Augen entdeckt man Ceres und etwa auch die typischen Abläufe, die mit einer Reise von Ceres nach Ganymed (oder anderorts) einhergehen.
Beim Lesen kam ich allerdings nicht umhin, fortwährend Bilder aus The Expanse und von Detective Miller im Kopf zu haben, was bei mir den Lesespaß ein wenig trübte. Ich wollte mich schließlich auf etwas Neues einlassen und nicht The Expanse in neuem Gewand lesen. Es dauerte gut 100-150 Seiten, bis Detective Bishop für mich weitestgehend den Miller-Touch verloren hat und allmählich begann, sich zu einem eigenständigen Charakter zu entwickeln.
Dabei half natürlich der Umzug in ein völlig anderes Setting. Bishop beginnt auf Ganymed direkt mit den Ermittlungen und es wird – manchmal auch ein wenig zu sehr mit der Holzhammer-Methode – deutlich, dass er dort nicht gern gesehen ist. Bei anderen Personen flutscht es geradezu mit der Kooperation, sodass der Widerspruch zwischen Abweisung und Zusammenarbeit manchmal etwas künstlich übertrieben erscheint. Aber natürlich benötigt Bishop Verbündete, denn das Mysterium, das sich in Das Ganymed-Fragment entwickelt,
Im weiteren Handlungsverlauf wird schnell offensichtlich, DASS das Ganymed-Fragment etwas bewirkt. Wie und was genau es wirkt, wird aber in diesem Band nicht klar. Der Schwerpunkt liegt viel mehr darauf, zu verhindern, dass es in die falschen Hände gerät. Denn wie man es sich bildlich vorstellen kann, ringen natürlich schon wieder verschiedene einflussreiche Organisationen darum, sich das Artefakt zu sichern, um seine Macht zu nutzen, noch ehe man überhaupt weiß, was man da gefunden hat.
Die Jagd nach Antworten nimmt dabei im Verlauf des Buches im Tempo rasant zu, die Ereignisse, die sich nach und nach ergeben, überschlagen sich. Entsprechend geht es nach einem relativ langsamen und ausführlichen Einstieg in die Geschichte schnell voran, wie es den Entwicklungen im Buch auch gerecht wird.
Fazit zu Das Ganymed-Fragment
Das Ganymed-Fragment nimmt sich zu Beginn Zeit, in die Welt einzuführen, wenngleich ich bei den Beschreibungen The Expanse und gerade Detective Miller nicht aus meinen Gedanken bannen konnte. Erst als Das Ganymed-Fragment in die eigentlichen Ermittlungen von Detective Bishop einsteigt, gelingt es dem Buch, mir eine neue Welt zu eröffnen.
Nach diesem – für mich persönlich jedenfalls – etwas unglücklichen Einstieg entfaltet Das Ganymed-Fragment schließlich sein eigenes Potenzial und bietet eine rasante Erzählung, in der sich alles darum dreht, welche Erkenntnisse und neuen Rätsel die Ermittlungen von Detective Bishop ans Tageslicht fördern. Schnell wird klar, dass hinter dem Todesfall des Minenarbeiters, der ursprünglich zu den Ermittlungen überhaupt erst führte, deutlich mehr steckt. Spoilern möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht.
Wenngleich die Handlung in Teilen in diesem Buch abgeschlossen wird, bleiben viele offene Fragen und Handlungsstränge, wie es sich für einen ersten Band in einer Trilogie eben gehört. Es bleibt also spannend, wie es mit der Reihe weiter geht – wobei natürlich langfristig die Frage geklärt werden muss: Was hat es mit dem mysteriösen Artefakt eigentlich auf sich?
* Bei diesen Links handelt es sich um Affiliate-Links, z.B. um Links aus dem Amazon-Partnerprogramm. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Bei einem qualifizierten Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos bei einem Partner erhalte ich eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
















