Autogramme: Was soll ich signieren lassen?

Wenn du Conventions nicht nur wegen Panels, Cosplay und Merchandise besucht, gehst du gewiss wegen der Stars hin, die du dort treffen kannst. Autogramme und Photo Shoots stehen für dich dann vielleicht sogar im Mittelpunkt des Ereignisses. Gerade Neulinge in dieser Szene haben aber einige Fragen – vor allem, wenn es ums Signieren geht.

Autogramme: Was lasse ich signieren?

Die Regel lautet: Alles, das nicht gegen den guten Geschmack oder das Gesetz verstößt.

Es kommt auf den Gast an

Gelegentlich hängt es vom Gast ab, was signiert werden darf oder nicht. Manchmal sind hier vertragliche Grenzen gesetzt, manchmal ist es genau wie ein paar Zeilen weiter oben erwähnt: der gute Geschmack. Eine Schauspielerin hat sich einst für den Playboy ablichten lassen? Dann muss sie nicht zwangsläufig scharf darauf sein, die Ausgabe auch zu unterschreiben. Andere sehen darin aber wiederum gar kein Problem. In solchen Fällen heißt es: vorab informieren!

Meist sind Foren oder Social-Media-Gruppen der entsprechenden Veranstaltung dann ein guter Anlaufpunkt, wo sich in der Regel viele erfahrene Sammler tummeln, die das wissen oder abschätzen können. Im Notfall sollte dann der Veranstalter selbst kontaktiert werden – oder aber du gehst auf Nummer Sicher und nimmst zusätzlich zu dem eher fragwürdigen Objekt auch noch etwas mit, das völlig unbedenklich ist.

Es kommt auf den Veranstalter an

Ja, auch das kommt vor. Man kann es nicht immer nachvollziehen – insbesondere, wenn dann “verbotene” Signiervorlagen vor Ort vom Veranstalter selbst verkauft werden, aber es gibt durchaus Veranstaltungen, auf denen dürfen nur bestimmte Gegenstände signiert werden. Gilt diese Einschränkung, sind es in der Regel nur Objekte, die ein offizielles Logo tragen – das schließt die meisten Signiervorlagen in Glossy-Print-Form schon mal aus. Poster, DVDs / Blu-rays, Actionfiguren und Co. sind dann aber gestattet.

In der Vergangenheit sorgte hier vor allem der britische – und mittlerweile insolvente – Veranstalter Rogue Events für Verwirrung, da Glossy Prints zwar einerseits verboten waren, andererseits aber eben solche (ebenfalls ohne offizielles Logo) vor Ort durch ihn verkauft wurden. Ein Schelm, der böses dabei denkt. Auch bei Starfury gilt es, die Signiervorlagen mit Bedacht zu wählen, da auch dieser Veranstalter in der Regel – und im Gegensatz zu Rogue Events vehement – eine “nur offizielle Gegenstände dürfen signiert werden”-Politik verfolgt. Ausgenommen davon sind ausschließlich Photo Shoots, die während des Events aufgenommen wurden.

Bei den meisten anderen Events gelten solche Einschränkungen allerdings nicht. Hier gilt – siehe oben – der Gast entscheidet.

Beispiele für Signiervorlagen

“Glossy Prints”

Glossy Prints müssen nicht immer glossy sein. Es kann sich auch um matte Vorlagen handeln, allerdings hat sich der Begriff gerade im Vereinigten Königreich irgendwie eingebürgert. Gemeint sind damit in der Regel Bilder mit einer Größe von ca. 20 x 25 cm, hierzulande manchmal auch Fotos mit der Größe DIN A4.

Zahlreiche Veranstalter sind in der Vergangenheit dazu übergegangen, eine Auswahl an Glossy Prints kostenfrei am Autogrammtisch zur Verfügung zu stellen. So zahlt man für sein Autogramm und erhält den Print quasi kostenlos dazu. Irritierender Weise werden gelegentlich die Prints “inklusive Autogramm” verkauft, was natürlich genau dasselbe bedeutet: man kauft sein Autogramm und erhält den Print dazu.

Vorbereitung ist aber auch hier wieder alles: Die Veranstalter stellen nur eine gewisse Anzahl an Prints zur Verfügung und decken damit bei vielen Schauspielern natürlich nicht jede Rolle ab. Solltest du also darauf aus sein, ein bestimmtes Motiv signieren zu lassen, kauf es dir selbst und bring es zur Veranstaltung mit – auch wenn du damit das Risiko eingehst, dass der Veranstalter genau dieses ausliegen hat.

Wer seine Signiervorlagen rechtzeitig parat haben und nicht auf das Angebot des Veranstalters vor Ort angewiesen sein möchte, der kann sich diese in verschiedenen Online-Shops ordern. Mein Favorit ist State Side Stills aus Großbritannien. An diesem Stand kaufe ich an den Events gerne mal ein, aber auch mit der Bestellung über den Online-Shop habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht. (Nope, Provision gibts keine. Die Leute wissen vermutlich nicht mal, dass ich sie hier an dieser Stelle empfehle 😉 )

Trading Cards

Früher war es irgendwie verbreiteter, Autogramme auf Trading Cards zu sammeln. Als es noch nicht so viele Möglichkeiten gab, qualitativ hochwertige Motive günstig in die Finger zu bekommen. Gerade bei Veranstaltern, die nur offizielles Merchandise in der Autogrammstunde erlauben, bieten sich Trading Cards auch an. Klein, praktisch mitzunehmen – und die Motive sind meist auch großartig.

Poster

Vor allem bei Sammlern bestimmter Franchises sind Poster äußerst beliebt. Star Wars, Star Trek, Stargate allen voran. Eifrige Sammler haben gut und gerne mal weit über 50 Unterschriften auf einem Poster. Es bietet ja auch genügend Platz.

Poster haben aber auch einen Mega-Nachteil: Sie sind unhandlich zu transportieren. Möchtest du ein Poster signieren lassen, transportierst du es am besten in einer Posterrolle mit Tragegurt. Darin ist es vor Stößen, Knicken, Rissen und Wasser geschützt und es lässt sich relativ leicht transportieren. Wenn du mit dem Flieger unterwegs bist, solltest du dich aber vorher informieren, ob die gewählte Airline evtl. Probleme macht. Mein letzter Stand ist: British Airways hat so rein gar kein Problem damit.

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Selbstausgedruckte Bilder

Vorsicht! Während die Stars in der Regel kein Problem damit haben, selbst ausgedruckte Bilder zu signieren (außer sie verstoßen gegen den guten Geschmack oder geltende Gesetze), können diese durchaus Probleme mit sich bringen. Wie oben erläutert, lassen Veranstalter manchmal nur offizielles Merchandise zu, wozu selbst ausgedruckte Fotos natürlich nicht gehören.

DVD- / Blu-ray-Cover

Kein Problem. Mit DVD- & Blu-ray-Covern bist du immer auf der sicheren Seite. Auch sind sie praktisch zu transportieren, da sie nicht viel Platz wegnehmen und im Sammlerregal machen sich die Unterschriften auf den Covern ebenfalls gut. Oder soll es gleich ein ganzes Box-Seit oder eine limitierte Sammlerausgabe sein, die von der Unterschrift geziert werden soll?

Actionfiguren

Auch Actionfiguren machen keine Probleme. Besonders bieten sie sich an, wenn sie noch OVP sind oder du die Karte einer ausgepackten Actionfigur unterschreiben lässt. Viele Stars haben aber auch kein Problem, die Actionfigur oder das Sammlerstück direkt zu unterschreiben. Gelegentlich kannst du mit ausgepackten Figuren aber auf ein “Nein” stoßen, etwa bei älteren Semestern, die sich schwer damit tun, so klein auf unebener Fläche zu signieren, oder bei Darstellern mit langem Namen, die sich weigern, diesen abzukürzen. Aus letzterem Grund gibt Richard Dean Anderson in der Regel auch keine Autogramme auf Schweizer Taschenmesser.

Sonstiges

Die Liste könnte ich nun endlos fortsetzen. Merchandise gibt es schließlich in Massen: T-Shirts, Bücher, Videospiele, Tassen, und, und, und…

Wichtigste Info hierbei: Der Veranstalter kennt die Spielregeln. Im Zweifelsfall richtest du deine Frage direkt an den Veranstalter. Das darfst du nun aber nicht als Startschuss verstehen, jeden Veranstalter nun mit endlosen Fragen zu bombardieren. Wie immer gilt: Hirn einschalten und Suchfunktion nutzen. Unzählige Fragen wurden bereits beantwortet. Und Foren sowie Gruppen in sozialen Netzwerken (manchmal auch direkt vom Veranstalter für ein Event eröffnet) sind ebenfalls eine gute Anlaufstelle, um Fragen an erfahrenere Con-Besucher loszuwerden.